Aus der Vereinschronik




die Vorsitzenden


Vereinte Kraft – Gutes schafft


Der Verein "Dornberger Schützen 1953" wurde am 2. September 1953 im Kreuzkrug in Großdornberg gegründet.


Ein eigenes Schützenfest im Amt Dornberg – das schwebte den Gründern 1953 vor. Ein bunt gewürfeltes Häuflein - 36 an der Zahl - trägt sich am 2. September 1953 bei der Gründungsversammlung im Kreuzkrug ins Protokoll ein, fünf weitere Namen werden einen Tag später noch nachgetragen. Der Älteste ist 74, der Jüngste 18 und das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren.

Als einzige Frau ist die Kreuzkrug-Wirtin Luise Austmann dabei. Voller Schwung und Tatendrang folgen die Kompaniegründung, der Wiederaufbau des Schießstandes und die Aufstellung Unterstützung und Beratung erfährt der junge Verein vor allem durch die Bielefelder Schützengesellschaft (Major Dr. Kurt Graeven, Oberst Heinrich Knoop) und die Lenzinghauser Schützen (Oberst Wilhelm Einhaus).


Beim ersten Königsschießen im Frühjahr 1954 feiern über 80 Personen mit und Spenden fließen reichlich. Das erste Zeltfest im August 1954 gerät trotz feuchten Wetters zum Erfolg. Der Festumzug hat 225 Teilnehmer und die Bürger des Amtes Dornberg nehmen regen Anteil.


Aber aller Anfang ist schwer. Unterschiedliche Meinungen über die zu bevorzugende Art des Vereinslebens prallen aufeinander. Und so ist es nicht verwunderlich, dass schon am Gründungsabend einer vorzeitig den Saal verlässt und wenige Wochen später die ersten Gründungsmitglieder ihren Austritt erklären. In den ersten 5 Jahren treten 136 Leute dem Verein bei, aber 52 verlassen ihn auch wieder. Im August 1958 - nach knapp 5 Jahren – wird schon der vierte Vorsitzende gewählt.


Trotz aller Widerständen und getreu dem Fahnenmotto „Vereinte Kraft - Gutes schafft“ geht es dann doch aufwärts und beim 10-jährigen Jubiläum kann man auf das Erreichte stolz sein. Eine umfangreiche Festschrift wird aufgelegt, die Grußworte sind voll des Lobes und der Verein geht gefestigt in das nächste Jahrzehnt seines Bestehens.


Die Vereinsentwicklung ab 1958 prägt maßgeblich der Vorsitzende Karl Günther Kobusch. Er hat gutes Gespür für die richtigen Personalentscheidungen und aktiviert jüngere Jahrgänge für die Vorstandsarbeit. Das wird 1974 – nach seinem Rücktritt – besonders deutlich, denn der neue Vorsitzende Hans-Werner Kulle ist erst 31!


Besonders erfolgreiche Vereinsjahre schließen sich an. Ein rhetorisch begabter Vorsitzender, professionelle Kassenführung durch einen "Bänker", der Schießstand wieder im Mittelpunkt des geselligen Vereinslebens, ein sangesfreudiger, ideenreicher Kompanieführer, ein attraktiver Spielmannszug, dazu der Vereinseintritt vieler Frauen und neuer junger Mitglieder – damit ist eine erfreuliche Weiterentwicklung des Vereins in allen Bereichen vorprogrammiert. 1978 wird ein Mitgliederbestand von 300 erreicht.


Anfang bis Mitte der 80er Jahre zeigen sich hier und da Ermüdungserscheinungen. Spielmannzug und Jugendabteilung geraten durch Nachwuchsmangel in eine mehrjährige Krise. Das dreimalige Verlegen des Schützenfestes in den September (1982/83/84) bringt keine Vorteile. Fehlplanungen bei der Festplatzsanierung schlauchen die Vereinskasse.


Ungeachtet dieses Schwächelns im internen Bereich, wächst das Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit weiter und eine Einladung zum jährlichen Schützen-Frühstück wird bei der Lokalprominenz aus Politik und Verwaltung immer begehrter.


Im Herbst 1985 tritt Vorsitzender Kulle zurück. Im Frühjahr 1986 wird Gerhard Ober in diese Position gewählt. Der Verein meldet sich beim Fiskus an und erhält den Status der Gemeinnützigkeit. Die Thekenagentur Hasenkamp aus Lohne wird 1986 unter Vertrag genommen und betreut seitdem unsere Schützenfeste. Es folgen über mehrere Jahre besonders umsatzstarke, gut besuchte Feste. Als internes, elegantes Fest für alle Mitglieder wird der Ball der Majestäten eingeführt und die Überschüsse daraus einige Jahre an wohltätige Organisationen gespendet.


Gemeinsam mit den anderen Schützenvereinen Bielefelds werden 1987/88/91 jeweils Großveranstaltungen als „Krebshilfetage“ und „Sozialhilfetage“ durchgeführt.


Die Anzahl der Mitglieder steigt 1988 auf 400 und die Beteiligung an den Mitglieder-Versammlungen erreicht in dieser Zeit Rekordhöhe.


1993 kandidiert Ober nicht mehr für eine Wiederwahl als Vorsitzender und Dieter Oberwittler wird sein Nachfolger. Dieser legt eine umfangreiche Datenbank über administrative Abläufe im Vereinsgeschehen an und zur Belebung der Schießbeteiligung wird eine moderne computergesteuerte Trefferanzeige angeschafft.


Die Seniorenabteilung „Erste Generation“ und das „Damenkränzchen“ sind Gruppierung von Vereinsmitgliedern, die sich - unbeeinflusst vom Vorstand - selbst verwalten. Sie sind besonders aktiv und haben Zulauf. Sicherlich spiegelt sich darin u. a. auch das steigende Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder.


1997 kandidiert Vorsitzender Oberwittler nicht mehr für eine Wiederwahl und zum Nachfolger wird Armin Michalsky gewählt. Die finanziellen Risiken der jährlichen Schützenfeste wachsen. Darum weicht der Vorsitzende von der bisher gültigen Vereinsphilosophie „…aus eigener Kraft und unabhängig!“ ab und baut erfolgreich ein Sponsoring auf. 1999 wird die Mitgliederzahl 500 erreicht.


In den ersten Jahren dieses Jahrtausends macht sich eine gewisse Vereinsmüdigkeit breit. Trotz der hohen Mitgliederzahl wird es zunehmend schwieriger Kandidaten für Ehrenämter in Vorstand und Abteilungen zu finden und das Durchschnittsalter der Aktiven wächst.


2007 kandidiert Vorsitzender Michalsky nicht mehr für eine Wiederwahl und zum Nachfolger wird Thomas Schäfer gewählt. Nach wenigen Monaten kommt es eines Vorstandsmitgliedes wegen zu Meinungsverschiedenheiten im Verein und in der Oktober-Versammlung 2007 tritt der Vorstand ohne Diskussion und ohne fundierte Begründung zurück.


In einer außerordentlichen Versammlung im November 2007 - mit Rekordbeteiligung der Mitglieder - wird daraufhin Ulrich Krümmel zum neuen Vorsitzenden gewählt. Drei Ex-Vorsitzende - Michalsky, Oberwittler und Ober - übernehmen ebenfalls wieder Funktionen.


Für alle Altersgruppen seiner Mitglieder bietet der Verein seit über fünf Jahrzehnten Möglichkeiten zu aktiver Betätigung in den verschiedensten Bereichen.


Darüber hinaus sind die jährlichen Schützenfeste für Alteingesessene, Weggezogene und Neubürger dieses Stadtteils gute Gelegenheiten, in fröhlicher Feierlaune Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.


2008 / GO




______________________


Die Vorsitzenden


1953 - 1956 Wilhelm Dörmann (50)

Der damalige Leiter der Kreissparkasse in Dornberg gilt als Initiator der Vereinsgründung und wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Er bekam berufliche Probleme und erreichte in der turnusmäßigen Neuwahl im Frühjahr 1956 nicht mehr die Stimmenmehrheit für eine Wiederwahl. Gegen ihn war - vor allem auf Drängen der Spielmannszug-Mitglieder – der amtierende König, Tischlermeister Walter Kleinesdar (47), angetreten und hatte die Wahl gewonnen. Aber er gab dieses Amt nach wenigen Tagen wieder zurück.


1956 - 1958 Hermann Wittler (49)

Bei der erneuten Wahl in der März-Versammlung 1956 wurde der Architekt aus Babenhausen als einziger Kandidat zum Vorsitzenden gewählt. Er erkrankte und verstarb im Juni 1958.


1958 - 1974 Karl Günther Kobusch (38)

Der Fleischermeister aus Großdornberg wurde im August 1958 zum Nachfolger gewählt. Es gelang ihm, das stark schlingernde Vereinsschiff auf Kurs zu bringen und schon anlässlich des 10-jährigen Vereinsbestehens konnte man auf das Erreichte stolz sein. Kobusch prägte die weitere Vereinsentwicklung und es gelang ihm, fähigen Nachwuchs in den Verein und die Vorstandsarbeit zu holen. Im April 1974 legte er - nach fast 16 Jahren erfolgreicher Vereinsarbeit - sein Amt aus privaten Gründen kurzfristig nieder.


1974 - 1985 Hans-Werner Kulle (31)

Der Vertriebskaufmann in einer Firma für Büroorganisation und bisherige Stellv. Vereinsvorsitzende wurde - als einziger Kandidat - im April 1974 zum Nachfolger gewählt. Kulles rhetorische Fähigkeiten kamen an und die Presse-Berichterstattung über unsere Feste wurde ausführlicher. Er war im Vorstand von fähigen Mitmachern umgeben und es folgten einige besonders erfolgreiche Vereinsjahre. Im Oktober 1985 erklärte er nach über 11-jähriger erfolgreicher Vereinsarbeit aus privaten Gründen kurzfristig seinen Rücktritt.


1986 - 1993 Gerhard Ober (46)

Der Verkaufsleiter in der Spirituosenindustrie hatte sich im April 1985, nach 15-jähriger Vorstandsarbeit als Thronadjutant, Schießwart und Pressewart, zum Vize-Vorsitzenden wählen lassen und führte nach Kulles Rücktritt zunächst in dieser Funktion den Verein. In der Jahreshauptversammlung 1986 wurde er - als einziger Kandidat - zum Vorsitzenden gewählt. Nach erfolgreichen 7 Jahren kandidierte er - wie frühzeitig angekündigt - nicht erneut für eine Wiederwahl und es kam erstmalig zum ganz „normalen" Vorsitzendenwechsel.


1993 - 1997 Dieter Oberwittler (62)

Der Industriekaufmann - gerade in den Ruhestand gewechselt - wurde in der Jahreshauptversammlung 1993 zum Nachfolger gewählt. Als Vereins-Mitbegründer und langjähriger erfolgreicher Kompanieführer konnte er - obwohl seit 8 Jahren nicht mehr in der Vorstandsarbeit tätig - umfangreiches Wissen um die Belange des Vereins in sein Wirken einbringen. Nach 4 erfolgreichen Jahren kandidierte er - wie frühzeitig angekündigt - nicht erneut für eine Wiederwahl.


1997 - 2007 Armin Michalsky (57)

Der Mitinhaber der Möbel-Vertriebsagentur Michalsky in Bielefeld hatte als Festwart vier Jahre lang Vorstandserfahrungen machen können und war auch als vorgesehener Nachfolger einige Monate an den internen Besprechungen des Vorstands beteiligt worden. In der Jahreshauptversammlung 1997 wurde er - als einziger Kandidat - zum Vorsitzenden gewählt. Nach 10 Jahren großen persönlichen Einsatzes kandidierte er - wie frühzeitig angekündigt - nicht erneut für eine Wiederwahl.


2007 Thomas Schäfer (48)

Der Zahntechniker, seit 5 Jahren Vereinsmitglied, war 2005/06 Dornberger Schützenkönig. In der Jahreshauptversammlung 2007 wurde er - als einziger Kandidat - zum Vorsitzenden gewählt. Nach 8 1/2 Monaten trat er kurzfristig von diesem Posten zurück.


2007 (Nov)-2011(Juni) Ulrich Krümmel (56)

Der Immobilienmakler, seit 18 Jahren im Verein, hatte als Vize-Kompanieführer, Kassenwart und zuletzt als Vize-Vorsitzender Vorstandserfahrungen gesammelt und wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung - als einziger Kandidat - zum derzeitigen Vorsitzenden gewählt.

*******